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Zurück in die Zukunft

Interview mit Außenangreiferin Kim Renkema

Außenangreiferin Kim Renkema in Aktion (Foto: Udo Dreesmann)

Kim Renkema läuft in der Bundesliga-Saison 2014/15 wieder im blauen Trikot von Allianz MTV Stuttgart aufs Feld. Die Niederländerin spielte bereits von 2010 bis 2012 in Stuttgart und kehrt nun, nach zwei erfolgreichen Jahren in der italienischen A-Liga bei Riso Scotti Volley Pavia, nach Stuttgart zurück.

Kim, als bekannt wurde, dass Du nach Stuttgart zurückkehren wirst, haben sich die Fans sehr gefreut –  fühlst Du Dich hier als Publikumsliebling? Wie hast Du in Deiner Spielzeit die Stuttgarter Fankultur erlebt?

Als Publikumsliebling fühle mich nicht direkt, dass würde ich so nicht sagen. Aber es freut mich natürlich sehr, dass die Stuttgarter Fans froh sind und sich freuen, dass ich zurückkomme und nicht sagen „Oh Gott, die kommt wieder!“ Das freut mich natürlich sehr. Ich habe in den zwei Jahren, in denen ich hier gespielt habe, wirklich eine super Zeit gehabt sowohl mit dem Betreuerteam als auch mit den Fans. Ich war einfach immer nah dran an den Fans, das hat mir auch viel Spaß gemacht und ist auch ein Grund, warum ich so gerne wieder zurückkehre.

Wie wichtig war bzw. ist Dir der Kontakt zu den Fans?

In Stuttgart war der Kontakt wirklich sehr eng zu den Fans und mit vielen habe ich auch den Kontakt gehalten, schreibe mir mit ihnen über Facebook oder so. Das ist schon etwas Besonderes, das war in Italien anders, und ich finde das toll.

Was war für Dich vor zwei Jahren der Anreiz nach Italien zu gehen?

Ich wollte einfach sehr gerne einmal in Italien spielen, denn Italien ist ein Traumland zum Volleyball spielen und diese Erfahrung wollte ich gerne machen. Das war auch der einzige Grund damals. Ich bin nur aus Stuttgart weggegangen, weil ich so gerne dort spielen wollte. Mir hat es in Stuttgart sehr, sehr gefallen. Ich glaube, es war einfach der richtige Zeitpunkt für mich, weil ich nicht mehr so jung war, aber auch noch nicht zu alt. Es war eine super Erfahrung und jetzt hatte ich einfach wieder Lust, nach Deutschland zurückzukommen.

Was unterscheidet für Dich im Rückblick die italienische Volleyball-Liga von der deutschen?

Das wurde ich jetzt in letzter Zeit öfter gefragt, aber das ist gar nicht so einfach zu sagen. Das Niveau der beiden Ligen gleicht sich meiner Meinung nach in den letzten Jahren immer mehr an. Früher war Italien ja DAS Volleyball-Land, aber dort wird es jedes Jahr ein bisschen schlechter und in Deutschland immer ein bisschen besser, so dass es immer ähnlicher wird. Ein großer Unterschied ist, dass man in Deutschland mit viel mehr Ausländern spielt. In Italien darf eine Mannschaft maximal drei ausländische Spielerinnen, davon zwei gleichzeitig auf dem Feld, haben.  Der Rest der Mannschaft sind also Italienerinnen, die eine andere Mentalität haben.
In Italien ist der Druck sehr viel größer, vor allem für die ausländischen Spielerinnen. Wir müssen einfach das bringen, wofür wir eingekauft worden sind.
In Deutschland bekommt man im Gegensatz als Spielerin viel mehr Zeit, etwas zu lernen. In Deutschland werden mehr Stunden trainiert, so habe ich es jedenfalls während meiner Zeit hier erlebt. Jetzt gibt es natürlich einen neuen Trainer, da weiß ich noch nicht, wie es wird. Aber in meiner Zeit hier in Stuttgart habe ich sehr viel gelernt und auch viel Zeit bekommen, um besser zu werden. Und das bekommst du so in Italien nicht, aber du musst eben ständig deine Leistung bringen.

Wer hat den Stress bzw. Druck in Italien aufgebaut?

„Druck“ ist vielleicht das falsche Wort und zu negativ belegt. Aber dort werden eben nur 2-3 Ausländerinnen gekauft und an die hat man dann sehr hohe Erwartungen. Du bekommst zwar in der Regel auch mehr Geld, aber trägst eben auch einen Großteil der Verantwortung mit. Das macht es dir als Spielerin natürlich nicht immer leicht, aber es sind gute Erfahrungen, die ich dort gemacht habe. In Deutschland hast du mehr ein Mannschaftsgefühl – wir gewinnen zusammen, wir verlieren zusammen.  Ich bin sehr froh über die Erfahrungen dort, dass ich das erlebt habe. Ich habe daraus viel gelernt. Mein Spiel ist konstanter geworden und ich weiß genau, was ich kann, auch was ich riskieren kann und welchen Ball ich so oder so nicht kriegen würde. Das gibt einem viel Sicherheit auf dem Feld.

Warst Du in Italien eine Führungspersönlichkeit und -spielerin? Siehst Du Dich in Stuttgart in so einer Rolle?

Grundsätzlich braucht jede Mannschaft eine Führungsspielerin. In Italien war man als ausländische Spielerin quasi automatisch eine der beiden Spielerinnen mit mehr Verantwortung. Natürlich braucht es das, aber auch die Mannschaft als Team ist sehr wichtig und muss funktionieren. Jetzt bin ich 27 Jahre und da habe ich jetzt natürlich auch schon ein bisschen mehr Erfahrung als vor drei Jahren und das möchte ich auch gerne einbringen.

Warum kommst Du gerade jetzt nach Stuttgart zurück, wo Du doch kaum noch bekannte Gesichter bei Allianz MTV treffen wirst?

Ich habe immer gehofft, wieder zurück nach Stuttgart kommen zu können. Ich wusste natürlich nicht wann. Ich wusste vorher nicht, wie lange ich in Italien blieben werde. Aber jetzt kam das Angebot und ich habe natürlich mit Bernhard Lobmüller gesprochen und es hat sich einfach so gut, so richtig angefühlt, dass ich gedacht habe, das ist es jetzt, ich komme zurück.

In Stuttgart muss sich für die neue Saison eine ganz neue Mannschaft formen. Wo siehst Du die größten Herausforderungen?

Das wird für mich sehr interessant, mit einer ganz neuen Mannschaft anzufangen. Das hat für mich schon auch einen Reiz ausgemacht, wieder herzukommen. Man muss natürlich erstmal etwas abwarten, wir brauchen Zeit uns untereinander kennenzulernen. Aber ich glaube, es sind gute Spielerinnen dabei, was ich von den Namen so gehört habe. Viele neue Gesichter aus verschiedenen Ländern, das wir sicher spannend und ich freue mich darauf, ein Team mit ihnen zu werden.  

Was wird euch, neben der gemeinsamen täglichen Trainingszeit, helfen zusammenzuwachsen?

In meinem ersten Jahr in Stuttgart war es ja auch schon so, dass wir eine neue Mannschaft mit vielen neuen Gesichtern aus verschiedenen Ländern hatten. Wir haben dann einfach viel zusammen unternommen und sind dadurch schnell zu einer Mannschaft zusammengewachsen. Dann haben wir ja sogar den Pokal gewonnen (Anmerkung: Saison 2010/11). Es ist einfach wichtig, viel gemeinsam zu machen und sich Zeit zu geben. Zum Glück haben wir ja dieses Jahr auch eine lange Vorbereitungszeit bis zum ersten Spieltag am 22. Oktober in Dresden, das ist natürlich gut für uns.

Was hast Du für Erwartungen an die Arbeit des Trainerteams?

Ich kenne das neue Team ja noch nicht. Aber ich kenne es aus meiner Zeit vor zwei Jahren, dass wir viel Zeit zusammen trainieren in der man eben auch lernen und wachsen kann und ich denke, dass das auch wieder so sein wird. In Italien haben wir immer sehr viel im Training gespielt und haben weniger an der Technik gefeilt. Ich hoffe auf deutsche Mentalität, viel üben, viel trainieren, viel zusammen sein - darauf freue ich mich einfach.

Wie schätzt Du die Chancen des Teams für die nächste Saison ein?

Dazu kann ich eigentlich kaum etwas sagen, weil ich ja nun zwei Jahre nicht in Deutschland gespielt habe und gar nicht so richtig mitbekommen habe, wie die Liga und die einzelnen Mannschaften sich entwickelt haben. Aber ich habe viel Vertrauen in das Team hier und glaube daran, dass es ein gutes Jahr für Stuttgart wird.

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